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Eine
tatsächlich erlebte Begebenheit . . .
Wir schreiben das Jahr 2004. Die begonnene Adventszeit kündigt
das nahende Weihnachtsfest an und löst besonders bei Christen
und anderweitig traditionell veranlagten Menschen den Gedanken
an Nächstenliebe und gegenseitiger Unterstützung aus.
Die
mit der Arbeitslosigkeit einhergehende Sehnsucht nach „gebraucht
werden . . .“ hatte auch mich schon lange befallen, als
meine Frau mir einen Zeitungsartikel auf den Tisch legte:
„Telefonseelsorge
Cottbus / Frankfurt/Oder sucht ehrenamtliche Mitstreiter . .
.“
Nach
reiflicher Überlegung und durchdenken der unabänderlichen
Konsequenzen, aber auch gestützt durch den zugesprochenen
Mut meiner Frau, bot ich mich zur Mitarbeit an.
Es
folgte ein Wochenendseminar als Eignungstest.
Unter
Anderem wurde mit Hilfe von Rollenspielen die künftige
ehrenamtliche Tätigkeit demonstriert und den Teilnehmern nahe
gebracht.
Auch
ich wurde mit einer weiteren Bewerberin ausgewählt und überließ
ihr die Wahl zwischen Anrufer oder Telefonseelsorger . . .
Nach
einem Moment des Sammelns war ich bereit, meinen ersten
"seelsorgerischen Anruf" entgegenzunehmen.
Meine
Mitbewerberin meldete sich als eine besorgte und zugleich
zweifelnde Mutter, die in ihrer Nachbarschaft die Misshandlungen
und den möglicherweise auch sexuellen Missbrauch eines
behinderten Kindes durch seinen Pflegevater vermutete. Sie
fragte mich um Rat; wisse nicht, was sie tun solle, falls ihre
Beobachtungen und Vermutungen unbegründet seien, war also im
Zweifel, die Pflegeeltern zu verleumden . . .
Ich sah nun meine Aufgabe nicht nur
darin, zuzuhören, sondern sie auch auf die Gefahr hin,
Mitmenschen einer Tat zu bezichtigen, dessen sie möglicherweise
nicht schuldig sind, darin zu bestärken, sich an Ämter zu
wenden, um nicht die Schuld auf sich zu laden, passiv zugesehen
zu haben . . .
Als
sich meine Anruferin anders entschied und ihr Anliegen
plötzlich bagatellisierte, gingen mir Gedanken durch den Kopf
wie: "will sie jetzt plötzlich nichts mehr wahrgenommen
haben?" und es entwich mir ein leiser Seufzer . . .
*
* *
In
der anschließenden Auswertung erhielt ich durch die anderen
Teilnehmer großen Beifall, durch die uns begleitende Psychologin
aber, wurde ich für diesen Seufzer kritisiert, (mir stehe
eine solche Gefühlsregung nicht zu . . . !!! )
bevor
es noch mehr "Dennis Bittner´s" gibt !!!
Übrigens:
Ich
wurde für eine Mitarbeit bei der Telefonseelsorge abgelehnt.
Grund? - weiß ich nicht.Es fehlte eben diesen Fachleuten
offensichtlich der Mut oder die
Courage, mir den Grund zu nennen. . .
erlebt von Webmaster
Torosso
Wenn du magst schreib deine Meinung
hierzu, oder auch dein eigenes Erlebnis zum Thema "Courage
zeigen". Schreib an
Webmaster Torosso
, ich setze deinen Beitrag eventuell hier dazu. Danke
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